Mittwoch, 27. Februar 2008

kamillentee-odyssee

der kamillentee und das bier sind ihm schon wieder ausgegangen. eigentlich will er nicht einkaufen gehen, denn heut fühlt er sich nicht so wohl, aber ohne kamillentee wird das ganze vermutlich noch schlimmer werden. also was solls, jetzt musst du springen und dich in die kalte, harte alltagskleidung zwängen um in 2 stunden etwas zu erledigen, dass die normalen in 10 minuten schaffen, ohne auch nur eine sekunde darüber nachzudenken. denken tun die normalen überhaupt nicht viel und so abgedroschen dieser eine gedanke auch ist, er macht ihn sich trotzdem und meint einmal öfter, dass zu viel denken auch nicht gut ist.

"viele normale sind heut nicht unterwegs", denkt er sich, als der das wohnhaus in die seitengasse verlässt, wo sich nach wenigen metern bereits der angepeilte supermarkt befindet. "ob mir ein normaler wenigstens einen krankenwagen rufen würde, wenn ich hier und jetzt bewusstlos zusammebreche? vermutlich, denn ein mobiltelefon haben sie alle, die normalen."

in dem moment, wo er den supermarkt betritt fühlt er sich für eine minute selbst wie ein normaler und er fühlt sich gut dabei. kurz darauf ist das gefühl jedoch wieder verschwunden und auf dem weg durch die supermarktregale, wo er es nach schier endlosem grübeln schafft sich für eine sorte bier zu entscheiden und bei dem kamillentee schließlich wieder auf die discountermarke greift, obwohl er sich fest vorgenommen hat das nächste mal doch einen teureren zu versuchen, wünscht er sich, die wohnung nie verlassen zu haben.

Dienstag, 26. Februar 2008

aufwachen bitte, wie üblich!

an schlafen ist nicht mehr zu denken. er dreht sich auf die andere seite, sieht in den sonnenstrahl und ihm wird übel. als er sich wieder auf den bauch rollt bemerkt er, dass es in seinem unterleib pocht, als ob er ein lebendiges herz verschluckt hätte und jenes um ein leben pumpt. "zu viel auf zu wenig", denkt er und sieht auf die andere seite vom bett. "sie schläft also noch.
einfach mal ein glas wasser runterschütten, das wird helfen. wenn nicht gegen das pochen, dann gegen den durst. verdammt...jetzt wird mir schon von wasser schlecht, ich glaub ich muss mich übergeben, schnell auf die toilette."
natürlich übergibt er sich nicht. er übergibt sich nie am nächsten morgen (eigentlich übergibt er sich so gut wie nie), dafür hasst er es viel zu sehr. außerdem kann er kein blut sehen.
als er nun im bad steht und darauf wartet, dass er sich wieder mal nicht übergibt, fällt ihm ja ein, dass er das bewusstsein verlieren könnte und wenn das bad verschlossen ist wird es ja wohl ewig dauern, bis der notarzt reinkommt um ihm das leben zu retten. also schnell die badezimmertür entriegeln damit die wiederbelebung starten kann, wobei...das passiert ja noch viel seltener als, dass er sich übergibt.

nach knapp 10 minuten im badezimmer sind die ängste überwunden, das lästige pochen in der bauchgegend ist aber immer noch da.
"essen hilft", denkt er sich, marschiert in die küche und blickt sich nach etwas möglichst geschmacksneutralem um, das er schnell runterschlingen kann. toastbrot, die lösung! als er jedoch den ersten bissen in den mund nimmt, bemerkt er, dass die idee vielleicht doch nicht die beste war. er versucht zu kauen und runterzuschlucken, aber das verdammte zeug in seinem mund wird immer klumpiger und irgendwie auch immer massiger.
mit einem schluck wasser schafft er es trotzdem noch das zeug runterzuschlucken. geholfen hat es nicht, denkt er.

als er nun mit seinem kamillentee im wohnzimmer sitzt, freut er sich, dass er sich abermals nicht übergeben hat, dass der notarzt nicht gekommen ist und dass die sonne scheint, an diesem morgen, der ansonsten ein ganz gewöhnlicher ist.