der kamillentee und das bier sind ihm schon wieder ausgegangen. eigentlich will er nicht einkaufen gehen, denn heut fühlt er sich nicht so wohl, aber ohne kamillentee wird das ganze vermutlich noch schlimmer werden. also was solls, jetzt musst du springen und dich in die kalte, harte alltagskleidung zwängen um in 2 stunden etwas zu erledigen, dass die normalen in 10 minuten schaffen, ohne auch nur eine sekunde darüber nachzudenken. denken tun die normalen überhaupt nicht viel und so abgedroschen dieser eine gedanke auch ist, er macht ihn sich trotzdem und meint einmal öfter, dass zu viel denken auch nicht gut ist.
"viele normale sind heut nicht unterwegs", denkt er sich, als der das wohnhaus in die seitengasse verlässt, wo sich nach wenigen metern bereits der angepeilte supermarkt befindet. "ob mir ein normaler wenigstens einen krankenwagen rufen würde, wenn ich hier und jetzt bewusstlos zusammebreche? vermutlich, denn ein mobiltelefon haben sie alle, die normalen."
in dem moment, wo er den supermarkt betritt fühlt er sich für eine minute selbst wie ein normaler und er fühlt sich gut dabei. kurz darauf ist das gefühl jedoch wieder verschwunden und auf dem weg durch die supermarktregale, wo er es nach schier endlosem grübeln schafft sich für eine sorte bier zu entscheiden und bei dem kamillentee schließlich wieder auf die discountermarke greift, obwohl er sich fest vorgenommen hat das nächste mal doch einen teureren zu versuchen, wünscht er sich, die wohnung nie verlassen zu haben.
Mittwoch, 27. Februar 2008
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